
Jahrelang hatten sie sich selbst als „Computersklaven“ verdingt, bevor sie ein Jahr nachforschten, um schließlich in Reportagenform elf idealtypische Portraits zu zeichnen, die das „Kastensystem der Neuen Medien“ abbilden sollen.

Anhand ihren flüssig geschriebenen Reportagen aus der „Ausbeuterfirma Internet“ zeichnen Bill Lessard und Steve Baldwin ein zuweilen belustigendes, häufig jedoch vor allem erschreckendes Bild der dort herrschenden Arbeitsbedingungen: Konkurrenz, Endlosarbeitszeit, Stress, Prekarität, Gesundheitsschäden, Ende des Privatlebens, kurz Lebenqualität Null. So gelingt es ihnen, das locker-flockige Bild jener jungdynamischerfolgreichen Branche zu entmystifizieren, die derzeit als unangefochten führende Projektionsfläche des schnellen, mühelosen Glücks dient. Noch.