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Ausgabe 1.3 - 01.10.1999
   

"Ich bitte Sie, meinen Namen und meine Adresse nicht zu veröffentlichen"

Sprach- und Schriftkunst aus Sachsen


Ungeschriebene Gesetze beherrschen das Leben noch mächtiger als Gesetzbücher. Letztere sanktionieren ohne Zweifel sicht- und unmittelbarer. Doch die unendlichen Kleinigkeiten des Alltags folgen häufig verborgenen Regeln. Ihre Verletzung macht sich bei jenen, die sie auch nur in diesem Fall wahrnehmen, vor allem als Unbehagen bemerkbar. Grenzen werden übertreten, die eigentlich so genau niemand kennt. Menschen etwa, die sich kennen, und die sich untereinander die Referenz erweisen, erwecken dieses seltsam fremdelnde Gefühl. Etwas paßt nicht zusammen. Gleiches gilt aber auch für die Sprache. Deren Form und ihr Inhalt können unerwartet stark auseinander klaffen. Helge Schneider etwa beherrscht diese schwer verdauliche Mischung aus naivem Duktus und unpassendem Gedanken ganz ausgezeichnet. Da versucht eine Idee, sich ihren Weg zu bahnen, doch bleibt sie in den Sätzen eines I-Männchens hängen. Ungeschriebene Regeln sind verletzt, und es entsteht zunächst unverständiges Unbehagen. Doch in jenem Moment, in dem sich der Widerspruch von Form und Inhalt auflöst, indem die verquer anmutende Logik zu Verständnis wird, löst dies Heiterkeit aus. Ein Dokument aus dem Fundus des Kollegen Geden veranschaulicht diesen Zusammenhang recht anschaulich. Daher verletzten wir ausnahmsweise einmal das Verbot publizistischer Selbstreferentialität und zeigen, was Helge Schneider auf der Bühne sagen würde, wenn er sich um Politik, etwa um den Zusammenhang von Ökologie und Rechtsextremismus kümmern würde.





 
   
   
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