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Ausgabe 3.0 - 01.02.2000
   

Selbstdarstellung

oder: Ohne Label geht nichts mehr


Es war einmal eine kritische Linke, die war angetreten simples Schubladendenken und nichtswertes Etikettenwissen zu ächten. Doch kriechendes Erschließen von Komplexität, die Muße zum Selberdenken haben dem Drang oder Zwang zur schnell erschließbaren Information scheinbar nicht widerstanden. Es muß draufstehen was drin ist. Die Herrschaft der Label über die Inhalte wächst weiter. Auf vielfachen Wunsch und manch´ indignierter Anmerkung der Art: Ist ja ganz nett was Ihr da macht, aber es steht gar überhaupt nirgendwo, was Ihr da eigentlich macht! hier jetzt also die elaborierte Version des "Editorials zur ersten Ausgabe". Nehmen Sie bitte unser Unwohlsein angesichts der Differenz zwischen nun möglicherweise geäußertem Anspruch an die Wirklichkeit und dieser selbst zur Kenntnis. Dies betreffend ist Ornament & Verbrechen leider noch nicht viel weiter als der Rest der Welt.

Also: Ornament & Verbrechen versteht sich als links ohne bewegungsspezifische Präferenzen, interdisziplinär ohne Liebe zu den sogenannten harten Wissenschaften, unabhängig und klandestin ohne im Untergrund zu existieren, politisch unter besonderer Beachtung eher kulturell zu fassender Erscheinungen, als Freiraum ohne feste und notwendig zu füllende Form und Formen, als Prozeß und nicht als Fertigprodukt, als Lernplattform und nicht als Ausstellungsfläche für Perfektes von Perfekten, als dem Internet auf der Spur und dem Buch verbunden, als das Gute im Bösen, das Lösungsmittel für den verstopften Abfluß, als Hauptfeind des Kapitalismus und Alptraum aller Schwiegermütter, als Hauspostille aller Ratlosen und ultimative Korrektur all` jener, die sowieso schon alles wissen, als Überfluß im Überfluß und letztendgültige Verwirklichung des Weltgeistwillens...




 
   
   
O&V