ORNAMENT & VERBRECHEN Ausgabe 08.0 - 26.08.2001
Im Schaufenster liegt das Logo, die Marke. Ausgangspunkt durch den Supermarkt ist No Space. Hier stellt Naomi Klein ihre Ausgangsthese vor, dass die Marken wichtiger werden als die Produkte und beschäftigt sich mit der zunehmenden Kommerzialisierung des Kultur- und Bildungsbereichs anhand der Ausbreitung von Markenprodukten, wie Mini-McDonald's in Schulen oder Auftragsforschung an Universitäten.
Im zweiten Gang plärrt das Einkaufsradio etwas von No Choice, wir haben keine Wahl. Warum? "Trotz ihrer polyethnischen Bildersprache will die marktkonzentrierte Globalisierung keine Vielfalt, sondern das genaue Gegenteil." Ach so. Die Verödung der Innenstädte durch die Ausbreitung von Wal-Mart-Supermärkte, Starbucks-Kaffeeläden und Malls sind einige Beispiele, die von Klein enervierend detailiert beschrieben werden.
Kurz vor der Kasse erreichen wir No Jobs. Es geht um die Arbeitsbedingungen in der Exportproduktionszone Caviate in Indonesien. "Die Zone ist ein isolierter, steuerfreier Wirtschaftsraum...ein kleiner Militärstaat inmitten einer Demokratie." Wir stellen fest, wir haben das Hauptthema des Buches erreicht, die Arbeitsbedingungen in Sweatshops und Konsumentenproteste dagegen. Die Welt soll eine Ware sein, aber ich möchte ein reines Gewissen haben. Darum kaufe ich den gleichen Scheiß von einer anderen Marke oder male dem Marlboro-Mann eine Zahnlücke.
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